Grenzüberschreitendes Steuerrecht im B2B-Bereich

Bildquellenangabe: GG-Berlin  / pixelio.de

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1. Grundlagen der Gesetzesänderung
Zur Verbesserung der bis zum 31. Dezember 2009 sehr komplexen Rechtslage aufgrund vieler Ausnahmeregelungen wurde auf europäischer Ebene eine Rechtsänderung verabschiedet, die von allen EU-Staaten bis zu diesem Datum umgesetzt sein musste. Gemeint ist das Mehrwertsteuerpaket 2010. In Deutschland erfolgte die Umsetzung durch das Jahressteuergesetz 2009.

Erforderlich wurde die steuerliche Anpassung und Vereinfachung auch mit Blick auf den steuerlichen B2B-Bereich. Der Grund: Durch die wachsende Internationalisierung werden Dienstleistungen wie zum Beispiel Beratungs- und Gutachterleistungen sowie Montagen und Reparaturen nicht nur im Inland sondern auch verstärkt grenzüberschreitend erbracht.

In die Fragestellung, wie die korrekte umsatzsteuerliche Behandlung von derartigen Leistungen zu erbringen ist, gehören folgende innerbetrieblichen Faktoren:

- in welchem Land wird die Leistung umsatzsteuerlich erfasst; Wo ist die Leistung „steuerbar“. Die Beantwortung dieser Frage wiederum ist davon abhängig, wo der umsatzsteuerrechtlich maßgebliche Leistungsort liegt.
- wie hat nach Beantwortung dieser Frage die jeweilige Rechnungsstellung zu erfolgen.

Zu den wichtigsten Änderungen für die Behandlung von grenzüberschreitenden Leistungen (sonstige Leistungen im UStG, gehören:

- der eingeführte Systemwechsel bei Bestimmung des Leistungsortes bezüglich einer grenzüberschreitenden Leistung an einen Unternehmer (B2B). Bisher Ursprungsland jetzt Empfängerort.
- die Ausdehnung der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers, gemeint ist die Ausdehnung des Revers-Charge-Verfahrens (*1)
- die Abgabe der „Zusammenfassenden Meldungen“ inkl. der grenzüberschreitenden Dienstleistungen = „sonstige Leistungen“

Jeder Unternehmer, der Geschäftsbeziehungen zu Kunden oder Lieferanten innerhalb der EU oder eines Drittlandgebietes unterhält kann davon betroffen sein, eine entsprechende Überprüfung ist somit erforderlich.

2. Wie erfolgt die Bestimmung des Leistungsortes

Maßgeblich ist der Ort der Leistungserbringung. Dort ist die Leistung steuerbar.

2.1 Welche Leistungen fallen typischer Weise in diese Regelung

- Beratungsleistungen
- die Übertragung von Rechten
- Arbeiten an beweglichen Gegenständen
- vermittelnde Dienstleistungen ohne Grundstücke
- Güterbeförderungen
- seit 01.01.2011 Veranstaltungsleistungen (Seminare, Kongresse etc.)

3. Sonderregelungen im B2B-Bereich bezüglich der Bestimmung des Leistungsortes

- Grundstücksleistungen
- Vermietung von landwirtschaftlichen Fahrzeugen bis zu 30 Tagen und Wasserfahrzeugen bis zu 90 Tagen
- Ort der Erbringung für Restaurations- und Verpflegungsleistungen
- Ort des Bewirkens von Personenbeförderungen

4. Verlegung des umsatzsteuerlichen Leistungs- und Besteuerungsortes

Die Verlegung in ein EU-Gemeinschafts- oder Drittlandsgebiet kann erfolgen wenn regelmäßig bei einem nicht in Deutschland ansässigen Leistungsempfänger eine B2B-Leistung erfolgt. Das Drittlandsgebiet umfasst auch lt. Umsatzsteuerrecht die Freihäfen im Sinne der Freizonen entsprechend des Kontrolltyps I lt. Zollverwaltungsgestz.

Sie sind an weiteren Informationen interessiert oder haben Handlungsbedarf erkannt? Dann nehmen Sie am besten mit steuerkanzlei-striebinger.de Kontakt auf.

(*1) Revers-Charge-Verfahrens = Umkehrung der Steuerschuldnerschaft (Abzugsverfahren)

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