Kfz-Versicherung: Was tun bei Zahlungsschwierigkeiten

Im Schadensfall kann ein eingeschränkter Kfz-Versicherungsschutz hohe Kosten nach sich ziehen.


Im Schadensfall kann ein eingeschränkter Kfz-Versicherungsschutz hohe Kosten nach sich ziehen. fignetto @ Pixabay – CC0 Public Domain

Verbraucher in Deutschland verschulden sich viel höher, als noch vor ein paar Jahren. Dank der guten Wirtschaftslage haben viele Bürger ihre Scheu vor Krediten verloren. Um sich ein Auto zu finanzieren, leihen sich die Deutschen im Schnitt rund 10.000 Euro. Die meisten Verbraucher zahlen ihren Kredit vorbildlich zurück. Doch die niedrigen Zinsen der Kredite verleiten auch zu Nachlässigkeiten. Das Darlehen kann bei Zahlungsschwierigkeiten, die aufgrund einer Krankheit oder eines Jobverlustes auftreten, zur Schuldenfalle werden. Besonders jüngeren Menschen fällt es schwer, ihre finanziellen Verhältnisse im Blick zu behalten, wie der Schufa Kredit-Kompass zeigt. Personen, die ihre Kfz-Versicherungsbeiträge nicht mehr zahlen können, müssen mit einer Kündigung der Assekuranz rechnen.

Mit der Kfz-Versicherung sprechen

Bei Zahlungsschwierigkeiten sollten Verbraucher mit ihrer Versicherung sprechen. Wenn sie einen Beitrag nicht rechtzeitig zahlen können, erhalten sie eine Mahnung mit der Aufforderung, den fälligen Betrag innerhalb von zwei Wochen zu zahlen. Können Kunden die Summe innerhalb dieser Frist nicht ausgleichen, vermindert sich der Versicherungsschutz. Bei einer Kfz-Police kann das schwerwiegende Folgen haben. Besonders, wenn die Teil- oder Vollkasko eingeschränkt wird oder sogar komplett entfällt. Vor allem Fahranfänger, die häufig Unfälle verursachen, kann ein fehlender Versicherungsschutz in den Ruin treiben.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erklärt, dass nach Ablauf der Zahlungsfrist in der Regel kein Versicherungsschutz mehr besteht, wenn in der Mahnung ausdrücklich darauf hingewiesen wurde. Ein Gespräch mit der Assekuranz ist deshalb sinnvoll. In der Praxis zeigt sich, dass die Versicherer von Kfz-Policen kulant mit Beitragsversäumnissen umgehen und Ausweichmöglichkeiten anbieten, falls der Zahlungsausfall nicht zu lange bestehen bleibt.

Ist es einem Kunden auf lange Sicht nicht möglich, die Beiträge der Kfz-Versicherung zu bezahlen, erlischt der Versicherungsschutz und die Assekuranz verständigt das Kraftfahrtbundesamt. Der Pkw wird dann stillgelegt.

Kfz-Versicherung trotz Schufa

Wer von seiner Kfz-Haftpflicht eine Kündigung erhält oder noch keine Police abgeschlossen hat, aber einen negativen Schufa-Eintrag vorweist, kann trotzdem eine Kfz-Police abschließen – vorausgesetzt, der Versicherungsnehmer

  • - hat keine Privatinsolvenz angemeldet,
  • - keine eidesstattliche Erklärung abgegeben,
  • - ist nicht in seinem finanziellen Handlungsspielraum eingeschränkt.

Bei http://kfzversicherungohneschufa.de/ haben Verbraucher kostenfrei die Möglichkeit, einen unabhängigen Kfz-Policenvergleich durchzuführen. Dort erhalten sie Informationen darüber, welche Anbieter einen Versicherungsnehmer mit negativem Schufa-Eintrag akzeptieren.

Kfz-Versicherung ist Haftpflicht

Jeder Fahrzeughalter, der am Straßenverkehr teilnimmt, ist in Deutschland verpflichtet, eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Die Versicherungen müssen grundsätzlich jeden Versicherungsnehmer akzeptieren, auch wenn negative Schufaeinträge bestehen. Die Regelungen finden sich im deutschen Pflichtversicherungsgesetz, einsehbar auf https://www.gesetze-im-internet.de/pflvg/BJNR102130965.html.

Das Gesetz gilt nur für die Haftpflicht, Voll- und Teilkaskoversicherungen sind freiwillige Zusatzpolicen. Bei einem Schufa-Eintrag des Kunden verweigert die Assekuranz in der Regel die Leistungen für eine Kaskoversicherung. Auch dürfen die Kfz-Versicherungen eine jährliche Vorkassenzahlung verlangen. Das bereitet Versicherungsnehmern mit finanziellen Schwierigkeiten noch weitere Probleme. Verbraucherzentralen raten, sich in diesem Fall an eine Schuldnerberatung zu wenden.

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