Ratgeber Minikredite – Schnell an kleine Geldbeträge kommen

WDnetStudio @ pixabay.com

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Ein Minikredit ist, anders als ein „normaler“ Ratenkredit, eine Möglichkeit zur kurzfristigen und verhältnismäßig unbürokratischen Überbrückung eines finanziellen Engpasses. Überraschende Ausgaben wie eine unerwartete Autoreparatur oder der schnelle Ersatz des defekten Wäschetrockners sind problematisch, wenn es noch eine Weile bis zur nächsten Gehaltszahlung dauert oder wenn eventuelle Reserven nicht schnell genug flüssig gemacht werden können. Schon das Ausschöpfen des Dispo-Kredits bei der Hausbank kann teuer werden – darüber hinausgehende Überziehungen werden mit sehr hohen Sätzen verzinst. Die Lösung für solche Fälle ist ein Minikredit, also eine kurzfristige Anleihe in geringer Höhe. Jeder Anbieter hat eigene Kriterien, bis zu welchem Kreditbetrag ein Darlehen als Minikredit gilt – die Spanne reicht aber im Durchschnitt von 50 bis 3.000 Euro. Gelegentlich werden auch die Begriffe Sofortkredit oder Kleinkredite gleichbedeutend verwandt. Ebenso wie der Dispositionskredit dient der Minikredit der schnellen und problemlosen Erhaltung der Zahlungsfähigkeit. Nicht zu verwechseln ist er mit dem Mikrokredit, der zur Finanzierung von Kleinstunternehmen beispielsweise in Entwicklungsländern dient.

Rechtliche Grundlagen

Minikredite sind ebenso wie größere Ratenkredite Darlehen im Sinne des Kreditwesengesetzes (KWG), das ein Instrument der Marktregulierung ist. Vorteil für den Verbraucher ist, dass alle Anbieter (klassische Banken und spezielle Minikredit-Anbieter) somit der Kontrolle durch die BaFin, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, unterliegen, sodass Missbräuche wie Wucherzinsen ausgeschlossen sind.

Vorteile

Im Gegensatz zu Ratenkrediten sind Minikredite im Regelfall nicht zweckgebunden. Während beim Ratenkredit eine spezifische Anschaffung (beispielsweise ein Haus- oder Autokauf) im Vordergrund steht und das Kaufobjekt als Kreditsicherung fungiert, dienen Minikredite ausdrücklich der schnellen Bezahlung ungeplanter Ausgaben. Die bürokratischen Hürden sind deutlich geringer; auch mit Schufa-Eintrag werden noch Minikredite vergeben. Das nachzuweisende regelmäßige Einkommen wird deutlich geringer angesetzt als bei größeren Krediten, sodass auch Geringverdienern Minikredite gewährt werden. Voraussetzungen für die Vergabe sind lediglich der schriftliche Kreditantrag sowie Einkommensnachweise.

Ablauf

Nach Einreichung des Kreditantrages und der Lohn- oder Gehaltsnachweise (sowie eventuell einer Selbstauskunft) startet der Anbieter eine SCHUFA-Abfrage. Bei einem Minikredit erfolgen Kreditzusage sowie Zurverfügungstellung der Darlehenssumme kurzfristig – häufig (gegen Aufpreis) noch am gleichen Tag oder am Folgetag. Die Laufzeit eines Minikredits beträgt zwischen zwei und vier Wochen, die Rückzahlung erfolgt in einem Betrag – gelegentlich gibt es auch Minikredite mit einer Laufzeit von zwei Monaten und Rückzahlung in zwei Raten. Die Rückzahlung ist somit erst bei Eingang der nächsten Einkommenszahlung fällig. Bei Krediten mit längeren Laufzeiten (maximal sechs Monate) sind die Grenzen zum regulären Ratenkredit fließend. Grundsätzlich muss ein Minikredit vor Aufnahme eines weiteren Minikredits vollständig zurückgezahlt werden; eine Verlängerung/Umschuldung von Minikrediten ist so ausgeschlossen. Die Zinsen für die geringen Darlehensbeträge unterscheiden sich je nach Bonität des Darlehensnehmers und anbietender Bank, liegen aber bei den günstigsten Anbietern unter denjenigen für Ausschöpfen des Dispokredits, für das zwischen zehn und fünfzehn Prozent Zinsen berechnet werden.

Kosten

Die Kosten für einen Minikredit fallen je nach Anbieter recht unterschiedlich aus. Sehr günstige Angebote können sogar lohnend sein, um eine Umschuldung durchzuführen und einen ausgeschöpften Dispo bei der Hausbank zurückzuführen. In fast jedem Falle sind sie günstiger als die Überziehung des gewährten Dispositionsrahmens. Da auch Minikredite den Regeln des KWG unterliegen, sind die Anbieter (klassische Banken oder Kreditvermittler) verpflichtet, den effektiven Jahreszins für ihre Angebote zu benennen, was die Vergleichbarkeit der Angebote verschiedener Anbieter ermöglicht. Ohne die Eckdaten des effektiven Jahreszinssatzes wäre eine Vergleichbarkeit kaum gegeben, da die einzelnen Kreditverträge je nach Anbieter sehr unterschiedlich ausgestaltet sein können. Zudem gibt es sehr viele Anbieter auf dem Markt, deren Angebote ein für den Verbraucher unübersichtliches Bild ergeben. Hilfe bei der Suche nach dem besten Minikredit mit den individuell passenden Konditionen bieten Vergleichsportale wie beispielsweise minikredit24.net.

Fazit

Wer lediglich kurzfristig einen geringen Geldbetrag benötigt, um eine fällige Rechnung zu begleichen oder sich einen kleinen Traum zu erfüllen, ist mit der Auswahl eines günstigen Minikredits oft besser bedient als mit der Überziehung des Girokontos. Reguläre Ratenkredite werden ohnehin erst ab einer Summe von etwa 5.000 Euro vergeben. Allerdings ist zu bedenken, dass bei geplanter Ablösung alter Darlehen die Bank jeweils wieder eine neue Schufa-Anfrage stellen wird und dass Zusatzkosten wie eventuelle Mahngebühren den Minikredit schnell sehr teuer machen können, aber insgesamt handelt es sich um ein faires und unkompliziertes Finanzierungsinstrument.

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